le maitre nageur

english version

Womit anfangen, wo das Ende setzen, will ich über diesen maitre berichten?
… . … . Hm.
Kopfkratz. Ich weiß viel von ihm, aber weniges kann als Fakt betrachtet werden. So wie ihn Pap kennengelernt hat, war er ein Mann, der besaß ein ungewöhnlich Maß an Wissen. Wissen vielerlei Art, zum Beispiel über Länder und Leute, Vergangenheit und Gegenwart. Divoire Gwunho sprach alle einheimischen Sprachen und Dialekte und noch einige andere mehr. Seine Menschenkenntnis resultiert daraus wohl unter anderem.
Er war kein Riese an Körpergröße aber an Körperumfang. Nicht fett, oder doch vielleicht auch fett. Noja, einfach eine mächtige, kraftvolle Erscheinung, Kraft auch in körperlicher Hinsicht. So in der Art eines Sumō-Ringers, nur in schwarz.
Natürlich war er kein Sumō-Ringer, dabei kannte er Asien tatsächlich. Jedenfalls Südostasien, das heißt Indochina, l`Union Indochinoise, wie er es nannte, er sagte auch Liên bang Đông Dương dazu. Dorthin hatte es ihn als Bediensteten eines französischen Kolonial-Beamten verschlagen, soll er erzählt haben, erzählte Pap meiner Mom und sie erzählte es so Tzega und Tzega mir. Zum Schluss war er sowas wie der Privatsekretär dieses Kolonialfuzzis. Hahaha. Jaha. Secrétaire privé, die Sklaverei war ja abgeschafft. So what.
Der Kolonialfuzz bekam dort die Malaria, oder hatte sie schon aus Afrika mitgebracht und fand in Indochina Erleichterung durch die hiesige traditionelle Heilkunst. Weil er aber den Việts nicht mehr übern Weg traute, das war, als das Vichy-Regime mit den Japanern in Indochina gemeinsame Sache machte, musste Gwunho ran. Akupunktur, Moxibustion, Massage, Kräutertees, Kräuter-, Schwitz- und Kaltwasserbäder, das volle Programm. Divoire Gwunho machte seine Sache gut, als hätte er nie etwas anderes getan. In dieser Zeit wurde er zum ersten Mal maitre nageur genannt, der ganzen Baderei wegen oder so. Fand er wohl witzig, der Kolonialfuzz. Ist dann trotzdem verreckt. Nicht an der Malaria, sondern an einer Kugel des Việt Minh, shit happens.
In jedem Ende steckt ein Anfang. Viele Jahre lief der maitre nageur den Weg zurück nach Afrika. War sein Lehrpfad als maitre, dieser Weg, sagte er zu Dad. Der Mensch lernt nie aus, pflegte der maitre dann noch zu sagen, erzählte Dad Mom und Mom uns, Tzega und mir, von klein auf bekamen wir das zu hören. Fragt sich doch, wen Gwunho meinte.

Fortsetzung folgt.

Advertisements

Ein Gedanke zu “le maitre nageur

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s