Wer weiß. So war es …

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… und so blieb es. Mein Opa aber muss überhaupt unverdrossen eine Menge fröhlichen Unsinn erzählt haben, wenn ihn der Honigwein und der von Trauben richtig in Fahrt brachte. Seit er den Krieg überlebt hatte, wollte er ein Schwimmbad bauen und Bademeister werden. Da kam er aus dem Philosophieren nicht mehr raus. Und Oma soll jedesmal Tränen gelacht haben darüber und hat ihn deswegen nie verlassen können, trotz ihrer Kinderlosigkeit.
In Wirklichkeit war Opa Schneider, sieben auf einen Streich, so einer. Exzellenter Schneider, meine Oma immer die Eleganteste der Straße und so, gibs Bild von. Find ich noch.
Und dann eines Morgens lag da ein kleines Bündel vor ihrer Tür. Nein, es war kein Korb. Einfach nur ein alter Lappen und darin aber sorgfältig eingewickelt, ein kleines, männliches Neugeborenes. Erfüllte die Straße mit ernsthaftem Geschrei, dass es am Leben sei. Und kein Schwanz konnte sagen, wie dies so sehr lebendige Bündel auf die Schwelle des Ladens meiner Großeltern gekommen war. Es war schon wieder Krieg, die Italiener befanden sich auf dem Rückzug in Ostafrika. Es gab viele Möglichkeiten für sowas Ende 1941.
Wir alle sind Sternenstaub, sagte mein Großvater.

Fortsetzung folgt.

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